Donnerstag, 11. April 2019

Verschiedene Arten von Warten

Titel: Verschiedene Arten von Warten
Autor: Thomas Meyer 
Verlag: Diognes (Minutes Books) 

Endlich habe ich eines der Minute Books erwischt (nein eigentlich 3), aber „Verschiedene Arten von Warten“ war das erste Buch aus der Edition Minutes Books des Diogenes Verlages, welches ich gelesen habe. Am 07.04.2019 gekauft und auf einer Zugfahrt auch ausgelesen. 



Im Grunde beschreibt der Autor Situationen, die wir alle kennen. Alle haben wir schon auf verschiedene Dinge gewartet. Gewartet auf etwas, auf das wir uns schon ewig gefreut haben. Aber auch unleidiges Warten. Zum Beispiel auf einen Zug. 

Aber das ist nicht alles. Der Schreiber hier, möchte uns auf etwas besonderes aufmerksam machen. Das Warten nichts Schlechtes ist, sondern das wir das Gute erkennen sollen, wenn wir warten. Wir könnten ja die Seele baumeln lassen oder das Buch zu Ende lesen. Oder wir gehen in den Bahnhofshop und kaufen uns ein Neues. Oder gehen Kaffee trinken. 

Wir warten auf den ersten Freund, auf die Ferien, auf das Essen. Wir warten jeden Tag für unterschiedliche Situationen. Habt ihr Euch da mal Gedanken gemacht, wie ihr das positiv für Euch einrichten könnt? Wenn man beim Arzt wartet, ist das auch oft nervig.  Ja! Ok! Lese doch in der Zeit. Oder mach nix oder unterhalte dich mit den Leuten. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Und das finde ich, hat Thomas Meyer sehr positiv in den Vordergrund gerückt. Warten ist in den meisten Fällen nicht schlimm. Ich denke, wir sehen unseren Alltag sehr negativ. Bäh, Montag, ich muss jetzt zum Bus und der kommt wieder nicht pünktlich. Auf die Kollegin muss ich auch immer warten. Der Anruf ist in der Warteschleife gelandet. Da dudelt die „Kleine Nachtmusik“. Ja, dann hört hin!
Ich will mal versuchen, das Warten für mich positiv auszulegen, anstatt mich zu ärgern! 
Ob das klappt?

Jedenfalls hat das Warten auf den Zug, mir die Minutes Books vom Diogenes beschert. Leider nur 3 Stück und ich „warte“ dann mal auf die anderen. Wo die mir mal begegnen.
Und während ich darauf warte, dass ich die anderen Bücher auch noch bekomme, lese ich nach dem Blog direkt mal das nächste Buch. Hach! 

Mittwoch, 10. April 2019

Kaschmir Gefühl

Kaschmir Gefühl (Ein kleiner Roman über die Liebe) 
Autor: Bernhard Aichner
Verlag: Haymon vom 12.03.2019

Ein Roman, bestehend aus 2 Menschen und ihren Telefonanschlüssen. Sowas in der Art hat man schon in Form vom E-Mail- oder Chat Romanen gelesen und dennoch ist dieses vorliegende Buch was völliges anderes von der Geschichte her. Mich hat es leider aber trotzdem nicht vollständig in seinem Bann gezogen, denn ich fand die Unterhaltung ein wenig langweilig und habe das Buch einige Male zur Seite gelegt. Obwohl es immer kurze Sätze sind und jeder Protagonist schnell wieder zu Wort kommt, finde ich keinen rechten Zugang zu diesem Roman. Weder für die Frau, noch für den Mann habe ich mich begeistern können und so plätschert das ganze hin und her, bis es zum Ende ein kleines AHA-Erlebnis für mich gab. 

Wer gerne kurzweilige Romane liest, obwohl Roman hier nicht ganz passt, sondern es so ist, als wenn man ein Telefonat belauscht, der möge sich das Buch gerne schnappen. Tiefgründig finde ich es nicht wirklich. Jetzt muss ich dazu sagen, dass mir der Autor auch noch nicht bekannt war. Aber es ist auch schon mal so, dass es einfach nicht passt, die Chemie zwischen Leser und Autor. Das macht das ganze aber auch immer wieder aufs Neue interessant. Was jetzt nicht war, kann beim nächsten Mal richtig zünden. Wer weiß das schon. 

Das Cover in Mintfarben gehalten mit dem Kaschmir-Strick, in dem mittig dann der Titel steht, ist schon ein minimaler Eye-Catcher. Das Buch ohne Schutzumschlag ist dann Pink. 

Innen findet man pro „Kapitel“ die Uhrzeit, an dem die Gespräche beginnen. Ich hab da irgendwie beim Lesen des Klappentextes und der Leseprobe was anderes erwartet. Keine Ahnung, irgendwie fehlt mir die Würze. Oder aber ich dachte die Gespräche gehen in eine andere Richtung. 

Für eine Zugfahrt oder einen regnerischen Tag mag das Buch für Unterhaltung sorgen, für diejenigen, die einfach mal abschalten wollen oder einfach immer schon mal gerne ein Telefonat mit einer Sex-Hotline Mitarbeiterin führen wollten. Was ihr jetzt wieder denkt .....


Tja, wie bewerte ich das ganze jetzt? Da Buch kam schnell vonVorablesen.deals Gewinn zu mir. Ich habe es sofort angefangen, ab und an zur Seite gelegt und dann 2 Wochen gar nicht gelesen, weil mir ein Krankenhausaufenthalt dazwischen kam. Dem Team von Vorablesen.denochmals einen herzlichen Dank für Eure Geduld und Verständnis. Manchmal kommt auch einer Leseratte das Leben dazwischen und zwar Dicke. 

Gesamtnote: 3 für Cover und Story. 


Mittwoch, 20. März 2019

Einfach Mensch sein von Sy Montgomery

Titel: Einfach Mensch sein
Autor: Sy Montgomery
Verlag: Diogenes mit VÖ 20.03.2019


Das war ja mal ein gänzlich anderes Buch für mich. Es geht in dieser Autobiographie um eine Frau, die ihr Leben den Tieren gewidmet hat: Sy Montgomery. Von Kindheit an zieht es Sy zu jeglicher Art Tieren hin. Im Verlauf des Buches lernt der Leser Sy und die Tiere kennen, mit denen sie sich umgibt.




Dies war mal ganz interessant zu erfahren, weil Hund und Katze hat ja jeder. Auch außergewöhnliche Spinnen, einem badenden Schwein und allerhand Tiere aus dem Regenwald trifft der Leser hier. Manche kennt man, einiges war Neuland. Das „Hausschwein“ hat es mir, um die Frage für dieses Leseexemplar zu beantworten, am meisten angetan. Ich wusste gar nicht wie eigenwillig und schlau die sind. Dieses Schwein hat mir irgendwie die Lust auf Schnitzel verdorben. Ich hab die Story wirklich geliebt. Sowieso wird man nach dem Lesen dieses Buches feststellen, dass man Tiere anders wahrnimmt. Zum Beispiel auch Spinnen. Ich rede hier in meiner Dimension von einer kleinen Hausspinne, die jeder so in seiner Wohnung mal zur Gast hat. Denen habe ich angefangen Namen zu geben. Die Spinnen, die Sy auf ihren Reisen trifft, möchte ich lieber nicht treffen. Nein, nein, soweit reicht bei mir die Liebe nicht. Als ehr Nicht-Naturkind sondern Bücherwurm, sind solcher Art Bücher wie Einfach Mensch sein, mal eine ganz neue Leseerfahrung. Das Herzstück dieses Buches sind aber nicht nur die teils abenteuerlichen Geschichten von Sy, sondern auch die so süss in Szene gesetzten Illustrationen der Tiere von Rebecca Green. 
Dazu ist die Schrift in einem edlen Braun gedruckt, was das ganze noch einmal aufwertet. Das Büchlein ist von vorne bis hinten ein Hingucker und Lesegenuss. Man muss sich nur auf die Tiere einlassen können. Manchmal dachte ich auch: „Igitt, ich könnte niemals einen Tintenfisch anfassen. Das geht doch nicht.“

Und dann erklärt Sy, wie intelligent ein Oktopus ist. Wie kinderlieb (zu den eigenen) die Oktopus-Mama ist, eine echte Glucke und mir hat es das Herz zerrissen, als ich erfahren musste das... ja das lest lieber selber. Das kann die Autorin besser als ich erzählen. 

Alles in allem habe ich mit diesem Buch schöne vergnügliche Stunden, ein lachendes und weinendes Auge sowie ein Ah und Oh Erlebnis gehabt. 

Danke an die lieben Menschen vom Diogenes Verlag, die mir ermöglicht haben dieses Schätzchen Vorab als eBook/Buch zu lesen. Print gewinnt. Alleine wegen der Illustrationen. Ich muss das Buch einfach in den Händen halten können.


Mittwoch, 6. März 2019

Redwood Love - Es beginnt mit einem Kuss (2) von Kelly Moran

Titel: Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss (2) 
Autor: Kelly Moran


Willkommen im Redwood. Ein kleines Städtchen irgendwo in Amerika. Ein Städtchen deren Bewohner für jeden da ist. Allerdings auch alles über den anderen wissen. Die „Drachen“ waren aktiv und so hat Redwood bald wohl sein neues Liebespärchen parat. Bis es soweit ist, müssen die beiden Glücklichen aber erst mal mit sich selbst im Reinen sein, Vergangenes vergessen und über ihren Schatten springen. Derweil erlebt der Leser Redwood ganz gemütlich von der Sofakante aus. Die wohl er weibliche Leserschaft darf wieder seufzen und träumen. Solche Kerle wie die O`Grady Brüder gibt es doch nicht. Doch – in Redwood. Supergutaussehend! Intelligent! Tierärzte! Liebevoll! Hilfsbereit!... Ja, die guten Eigenschaften kann ich noch ewig so fortsetzen. Während ich dies also hier aufschreibe, überlege ich warum man eigentlich ehr die Badboys gut findet, als diese Schmachttypen hier. Was ist daran falsch, wenn Männer sanft und liebevoll sind? Komischerweise hab ich, wenn ich so Bücher lese wie „After“ immer tiefes Mitgefühl für den Badboy. Da hat man irgendwie immer ehr eine Verbindung zu. Wenn man aber von diesen O`Grady´s steht, dann denkt man nur was für ein Sirup. Triefender Sirup. Und trotzdem mag ich Redwood! Das soll gar nicht so negativ klingen wie ich es sich hier anhört. Aber mal ehrlich. Schon mal so einen Kerl getroffen?

Anderseits hat die Autorin auch ein Herz für Behinderungen und hat in Redwood gleich 2 Protagonisten mit einer Gehörlosigkeit und eine mit Autismus bedacht. Das macht das ganze Buch schon wieder etwas schief. Etwas normaler. Etwas weniger „rosa Wolke“. Das tief im inneren ist der jüngste Grady Bruder mit seiner Behinderung am ringen. Immer wieder ertappt man ihn wie er denkt, dass man Mitleid mit ihm hat. Das er nicht „gut genug“ ist für Sie. Kleine Abgründe eben.

Wenn diese kleineren Abgründe im Buch nicht zu finden wären, wäre Redwood nicht das, was es ausmacht. Und deshalb lese ich es gern. Auch wenn es manchmal wirklich wie ein Schmachtfetzten daher kommt, kann man sicher sein, das da gleich um die Ecke doch noch ein Problemchen kommt. Trotz guten Aussehen, guten Job und alles.

Auch der 2. Teil hat mich überzeugt. Ich kehre auch für den 3. und letzten O´Grady Bruder bald wieder nach Redwood zurück. Zuckersüß, nicht wahr? 

Dienstag, 5. März 2019

Ein Tropfen vom Glück von Antoine Laurain

Titel: Ein Tropfen vom Glück 
Autor: Antoine Laurain
VÖ: 05.03.2019 im Atlantik Verlag 


Mein erster Lauraine. Und so ein glückliches Händchen damit. Klasse. Ich mag Zeitreise-Romane und die 1950er Jahre sind eh sehr interessant so direkt nach dem Krieg. Und wie es dann so war im Paris des Jahres 1954, das erzählt der Autor mit einer wunderbaren Sprache und so, dass ich als Leserin sofort ebenfalls sehr gerne das Glas erhoben habe und mitgegangen bin. Zeitreisen sind nicht ungefährlich. Man kann als einer aus der Zukunft die Vergangenheit verändern und ob das so gut ist, weiß ich nicht. Leute ohne Smartphone! 1954 gab es das noch nicht und auch hier zeigt der Autor das das durchaus was positives hatte. Denn die Leute achten mehr aufeinander. Ich habe während des Buches immer mal gegoogelt wie das Paris 1954 ausgesehen hat. Les Halles war anders als heute. Das Louvre noch ohne Pyramide und die Händler hatten noch Handkarren und echte Werksarbeit, wunderschöne kleine Cafés und Kneipen und es gab Audrey Hepburn und Edith Piaf, die Frauen trugen Kleider und die Männer Anzüge. Das war schon ein anderer Flair und in Paris sowieso. Auf den Strassen gab es noch Polizisten die in Bezirke eingeteilt waren und die man immer um Hilfe bitten konnte. Die ganze Geschichte ist so locker erzählt und alle Protagonisten bekommen ihre Zeit und ihre eigene Geschichte und Vergangenheiten oder Wünsche zu Gesicht.

Ich empfinde es nicht so, das Zeitreise ein Männerding ist. Ich finde das einfach wundervoll. Wenn es wirklich möglich wäre und ich wüsste ich komme auch in meine Zeit zurück und wäre gut Vorbereitet auf Währung und entsprechender Kleidung, würde ich das glatt mal machen wollen. Ich würde ehr nicht so in die Zukunft reisen wollen, da ist es besser, man weiß nicht was kommt, aber umgekehrt? 

Bei „Ein Tropfen vom Glück“ fand ich die Begegnungen mit Regisseuren und Schauspieler interessant. Die traf man mal so eben in einer Bar oder Restaurant. Genial. Außerdem wird es nur am Rande mal ganz leicht politisch. Eigentlich geht es nur darum, dass die Protagonisten ihre Chance erkennen, die sich 1954 für sie auftut und was man daraus mitnehmen kann. 

Klare Leseempfehlung! :) 

Danke an Vorablesen und dem Atlantik Verlag für das Leseexemplar.