Dienstag, 5. Juni 2018

Die Stille meiner Worte von Ava Reed


Dieses Jugendbuch hat kein wirkliches Happy End, denn eine Person ist Tod, schon als die Geschichte für den Leser beginnt. Und von Anfang an fühlt man mit der jungen Protagonistin mit. Ava Reeds Bücher sind immer sehr feinfühlig, traurig, aber auch immer mit einer großen Hoffnung verbunden. Ich lese ihre Bücher einfach gerne. Ich habe mir Zeit gelassen, zwischendurch das Buch zur Seite gelegt, nachgedacht, zu einem anderen Buch gegriffen um wieder gewappnet zu sein, für Hannah und Mo und allen Protagonisten dieser Geschichte. Dieses Buch versetzte mir Bauchhiebe und Herzschmerz, es ist als wenn ich Hannah kennen würde und ich fühlte unendlich mit. Der kleine Kater Mo gibt der Geschichte eine Leichtigkeit in alldem Schmerz. Auch wenn Mo an SIE erinnert. Erinnert an etwas, was mal war und durch eine Unachtsamkeit zerstört wurde. Schuldgefühle. Narben, die immer bleiben werden und immer erinnern werden. Ich finde die Idee, Hannah, die sowohl die Schuldige in dieser Geschichte ist, aber auch die, die am meisten unter den Geschehnissen leidet, in dieser Camp zu bringen gut. Das man sich damit auseinandersetzt, wozu diese Camps gut sind und das sie helfen können. Ein Blick hinter die Kulissen einer Tragödie. Für die Eltern, für Hannah, für den Kater Mo. Und zeitgleich, gerade weil Hannah an einen anderen Ort gebracht wurde, geschehen Dinge, die wieder Hoffnung bringen. Für alle. Für einen Neuanfang. Wortgewandt geschrieben, mit einem sehr großen Einfühlungsvermögen und Empathie ist „Die Stille meiner Worte, eines der Jahreshighlight 2018 für mich geworden.

Das Cover:

Das Cover hat Alexander Kopainski entworfen. Ein junger Mann mit viel Talent, aus einem einfachen Schutzumschlag ein Herzstück zu machen. Auch diejenigen die vielleicht Ava Reed noch nicht kennen, werden schon durch das Cover zum Buch gezogen. Genial umgesetzt.

Mir fehlen jetzt nur noch die Lesezeichen. Ich hoffe das ich diese auch bald erwische.

Fazit:

Ein Buch für einen verregneten Sommernachmittag, weil man die Hoffnung hat, das morgen die Sonne wieder scheint. Ein Cover, für „ganz vorne im Regal“.